В лесу родилась елочка
Ein traditionelles Neujahrslied eingebettet in einen sowjetischen Trickfilm…
Ein traditionelles Neujahrslied eingebettet in einen sowjetischen Trickfilm…
Und da habe ich doch etwas gelesen, was mich berührt hat. Das fiktive Tagebuch der Henriette Vogel. Wer ist das denn? Das ist die Frau, die mit Kleist in den Freitod ging und nur als eben diese bekannt wurde.
Der Autorin Karin Reschke gelingt es außerordentlich gut, den Ton der Zeit zu treffen und doch gegenwärtig zu bleiben. Als ob Henriette gestern erst verstorben wäre und man sich in ihre Aufzeichnungen mit leichtem Schauern, entdeckt zu werden, vertieft.
Kleist tritt eher zufällig auf und wirkt zunächst auch völlig nebensächlich. Ein verkrachter Schriftsteller, mit dem sie sich anfreundet. Mehr zunächst nicht. Doch sind sie in ihrer Lebensmüdigkeit derart seelenverwandt, dass sich auch ihre Freundschaft vertieft – bis in den Abgrund des Todes.
Ein poetisches Buch.
Karin Reschke, Verfolgte des Glücks. Findebuch der Henriette Vogel, Rotbuch, Berlin 1982 u. ö. Leider vergriffen und zum Kleistjahr auch nicht neuaufgelegt worden…
Auch zu empfehlen: Die Lobrede „KARIN RESCHKE oder der Doppelselbstmord am Kleinen Wannsee“ Marcel Reich-Ranickis in ders., Lauter Lobreden, dtv, München 1992 u. ö, S. 163 – 173.
Am 12. April 1961 flog Jurij Gagarin als erster Mensch ins All. Grund genug sich 50 Jahre später auch im Kinderbuchbereich auf vielfältige Weise mit dem Kosmos zu beschäftigen. Ein besonders gelungenes Beispiel ist „Juri fliegt zu den Sternen“ von Susanne Göhlich. Hier geht es weniger um Wissensvermittlung als darum, die Entdeckerlust zu wecken und Kindern Selbstvertrauen zu vermitteln. Eltern spielen keine Rolle und es werden auch keine Erziehungsziele thematisiert. Inzwischen ja fast schon ein Qualitätsmerkmal, wenn man sich den von gutmeinenden Leitfäden, die als launige Geschichten mit ebensolch spaßigen Titeln daherkommen, überschwemmten Markt anschaut, deren erklärtes Ziel es ist, Eltern bei der Erziehung zu helfen. Aber gut, lassen wir das „Spalierobst“, an welches eine Christine Nöstlinger, die im übrigen sehr gute und unorthodoxe Kind-Eltern-Bücher (!) schreibt, das Wort „Erziehung“ immer erinnert, beiseite.
Juri ist ein selbstbewusster Junge, der sich selbst die Aufgabe gestellt hat, in den Weltraum zu fliegen und zu diesem Zwecke eine Rakete baut. Der einzige Helfer ist Laika, sein fauler Dackel, der sich nur mit Würstchen aus der Reserve locken lässt. Und so fliegen die beiden mit der Wostok ins Unbekannte, werden bald von einem Weltraumwirbelsturm ergriffen und landen unsanft auf einen fernen Planeten. Doch es kommt noch schlimmer, der Planet wird nämlich von einem großen, stinkenden Groll beherrscht, der ohne Rücksicht auf Verluste Schrott sammelt. Glücklicherweise ist Juri findig genug, um die Rakete zu reparieren und den Groll auszutricksen.
Das Bilderbuch bezieht seine Stärke vor allem daraus, dass es Juri ernst nimmt und sein Abenteuer nicht in einen Traum auflöst, sondern ihm einen Beweis für das Geschehene überlässt. Alltag und phantastisches Erlebnis werden auch zeichnerisch miteinander verbunden. Juris Zuhause ist ländlich geprägt, wie nicht nur der Blick aus dem Fenster der Wostok nahelegt, und sein Zimmer enthält Gegenstände, die auch die meisten Kinder ihr eigen nennen. Er wird dadurch ausdrücklich nicht als Wunderkind oder Zauberlehrling dargestellt, sondern entspricht dem Jungen aus der Nachbarschaft. Seine Selbständigkeit zeigt sich zunächst im Bau der Rakete, den er ohne Anleitung und Wissen anderer vollendet. Über sich hinaus wächst er aber erst, als der Weltraumausflug desaströs endet. Der Schrottplanet versammelt fast ausschließlich metallenen Zivilisationsmüll, der aber nicht pädagogisch vorgeführt, sondern lediglich bildlich dargestellt wird, wobei sich, wie auch bei der Darstellung der Heimatstadt Juris, ein zweiter Blick lohnt, da man zwischen vielem Angedeuteten auch allerlei Konkretes entdecken kann. Glaubhaft erscheint es deshalb, dass Juri tatsächlich alles findet, um die Wostok zu reparieren. So entkommen Laika und er dem Groll, der wiederum nicht als an sich böse dargestellt wird, sondern einfach ein rücksichtsloses Wesen ist, das Weltraumwirbelstürme heraufbeschwört, um an seinen geliebten Schrott zu kommen. Dabei sieht er aus wie die Mischung aus einem Bären, einem Affen und einem schlechtgelaunten Hausmeister, wenn man dieses Wunderding mit Worten überhaupt beschreiben kann.
Es ist Göhlich gelungen ein locker erzähltes Bilderbuch zu schreiben und zu illustrieren, das kleine Kinder auf spannende Weise in den Weltraum entführt und das über eine reine Hommage an Jurij Gagarin weit hinaus geht.
Göhlich, Susanne (2011): Juri fliegt zu den Sternen. 1. Aufl. Frankfurt a. M: Moritz.
und habe Mut zur Veränderung!
Lange habe ich nichts von mir hören lassen und auch jetzt möchte ich nur kurz auf einen Text bei Indymedia hinweisen, der meiner Meinung gut erfaßt, wie die hiesigen Medien während des Konflikts um Südossetien gearbeitet haben (oder nicht gearbeitet haben) sowie eigene Eindrücke schildern und einige Tatsachen darlegen, wie ich sie unter anderem russischen Medien entnommen habe.
Zunächst der Link:
Das Unbehagen von Tagesschau, SpiegelOnline & Co
Wie tendenziös die deutschen Medien sich gegeben haben, wird immerhin in einem Satz erwähnt und für mich ist es nur schwer verständlich, wie es immer wieder geschehen konnte, dass in Medien, die dem sog. Qualitätsjournalismus zu zurechnen, sich immer wieder nur auf die Aussagen Saakaschwilis berufen konnten.
Ein Grund könnte sein, dass er seine Verlautbarungen, die ja eigentlich an die GeorgierInnen gerichtet sein sollten, ausschließlich auf Englisch ausstrahlen ließ – und sie somit den westlichen Journalisten leicht zugänglich waren. Anscheinend konnte man niemanden finden, der des Russischen oder Georgischen mächtig ist – vom Ossetischen ganz zu schweigen.
Erstaunt hat mich außerdem, dass im Deutschlandradio ein Interview mit einer „Osteuropaexpertin“ geführt wurde, die aber anscheinend nicht einmal die russische Berichterstattung zur Kenntnis genommen hatte und sich lediglich auf deutsche Medien zu berufen schien… Wie kann sich jemand „Osteuropaexperte“ nennen, ohne einige wichtige Sprachen dieser Region (zu denen ich das Russische wohl zählen möchte!) zu beherrschen?
Es gäbe noch viel zu sagen und zu analysieren. Ich werde es aber vorerst hierbei belassen, möchte allerdings noch hinzufügen, dass gestern in Russland ein Trauertag verbunden mit einer Schweigeminute für die Opfer dieses Krieges ausgerufen wurde.
Diese Opfer bestanden zum größten Teil aus OssetInnen, die auch gezielt umgebracht wurden. Durch eine deutsche Quelle – die Tagesschau berichtete vor kurzem – ist eine Zeugenaussage hierfür belegt. Menschen sind von georgischen Miltärangehörigen in eine Kirche getrieben worden, die dann zum Einsturz gebracht wurde. Im russischen Fernsehen erzählte gestern ein alter Mann, wie georgische Soldaten durch die Straßen gefahren sind und auf Ossetisch (!) riefen, dass der Krieg vorbei sei, woraufhin die Menschen aus ihren Verstecken auf die Straße kamen. Sie wurden dann von den patrouillierenden georgischen Militärangehörigen erschossen.
Nicht zu vergessen ist auch, dass russische Blauhelmsoldaten von georgischen umgebracht wurden…
Dies sind nur einige Argumente, die dem Bild des Krieges, wie es inzwischen vermittelt wird, und der Rolle, die Russland dabei zugeschrieben wird, widersprechen. Sie sollen zum Denken anregen.
SüdossetInnen sind übrigens keine RussInnen. Ihre Sprache, das Ossetische, gehört der Sprachfamilie der Iranischen Sprachen an. Viele SüdossetInnen sind jedoch im Besitz rußländischer Pässe und somit auch Staatsbürger Russlands.
Der Mai ist schon fast vorbei und ich, ja, ich habe lange nichts geschrieben. Die Zeit, sie fehlt.
Deshalb für alle, denen Leute wie Bastian Sick – bitte, mit scharfem „s“, wie im englischen Wort „sick“ aussprechen, so halte ich das zumindest
– schon immer auf die Nerven gingen, hier ein Interview in Wort und Ton mit dem Potsdamer Linguisten Peter Eisenberg.
Einfach sehr schön anzuhören, weil viele Argumente für eine lebendige Entwicklung der Sprache dargelegt werden und Freunden des normativen Sprachgebrauchs der Wind aus den Segeln genommen wird.
Übrigens, „dem“ ist zum Beispiel im Jiddischen, das man durchaus als deutschen Dialekt bezeichnen kann, ein Genetiv bzw. Genitiv: ‘dem paiklerß orem’ (des Schlagzeugers Arm, der Arm des Schlagzeugers).
Von daher ist der Dativ dem Genitiv nicht unbedingt sein Tod, sondern könnte auch einfach eine dialektale Variante sein. Das würde dann heißen, dass in diesem Zusammenhang, der Dativ kein Dativ, sondern ein Genitiv ist. Meines Wissens gibt es im Berlinischen auch die Form „dem“ als Genitiv: ‘Dem Fritze sein Bruder’ oder so ähnlich…
Falls jemand, der/die sich mit Dialekten auskennt auf meine Anmerkung stößt, würde ich mich über eine weitere Aufklärung freuen!
Mit diesem Titel widmet sich das Institut für Geschichte und Kunstgeschichte der TU Berlin einer Ringvorlesung zu Marx’ Bedeutung für die heutige Wissenschaft, die zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem Denker anregen soll. So zumindest die Aussage auf der Institutswebsite, die wahrscheinlich auf die beiden OrganisatorInnen Prof. Dr. Christian Jansen und Prof. Dr. Monika Wienfort zurückgeht.
Der Einstieg findet am 5. Mai, dem Geburtstag von Marx, unter dem Titel „Karl Marx als Politiker“ statt. Der Referent ist Jürgen Herres, ein ausgewiesener Marx-Forscher und Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), die wiederum als Projekt bei der der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt ist.
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin (Straße des 17. Juni 135), Raum H 1012.
Interessant geht es dann auch weiter: Es folgen Vorträge zu „Marx und die Globalisierung“, der Aktualität seiner Geschichtsphilosophie heute, zum „18. Brumaire“ und eine Abschlußdiskussion, die noch einmal thematisiert, was von Marx bleibt.
Und da die Räume wechseln und einige bestimmt gern Genaueres zu den Themen wissen möchten, kommt hier noch einmal das komplette Programm:
(Genau! Einfach auf den blauen Text klicken
)
So der Titel eines interessanten Interviews der taz vom 14. April 2008 mit dem Historiker Michael Borgolte, der ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen Hans-Ulrich Wehler (siehe z. B. hier und hier ) eine differenzierte und tatsächlich historische Sicht vertritt.
Im Zweiten Weltkrieg war es für die Alliierten verständlicherweise wichtig, Freund und Feind unterscheiden zu können, um nicht gegen den Falschen das Feuer zu eröffnen.
Deshalb wurden Poster wie dieses kreiert:
Eigentlich hätte man natürlich Bezug auf die gesamte Sowjetunion nehmen müssen, aber für die Allgemeinheit verständlicher und prägnanter war wohl die Bezeichnung „Russisch“, obwohl in der sowjetischen Uniform natürlich auch TatarInnen oder ArmenierInnen, um zwei Beispiele zu geben, gegen Nazideutschland kämpften.
Weitere Poster der Serie können z. B. hier angeschaut werden.